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Luftbildaufnahme aus dem Jahre 1965

Geschichtlicher Überblick

Nordhofen blickt auf eine lange wechselvolle Geschichte zurück. Die älteste Urkunde datiert aus dem Jahre 1259. Somit wird die Gemeinde im Jahre 2009 ihr 750. Geburtsfest feiern. Tatsächlich dürfte Nordhofen jedoch sehr viel älter sein. Bei der Renovierung der Evangelischen Kirche „St. Walburga“ im Jahre 1961 stieß man auf zwei Fundamente mit großen Quadern, die eine weitaus frühere Datierung – 9/10 Jahrhundert – vermuten lassen.

Auf eine sehr viel ältere Geburtsstunde deutet auch der Umstand hin, das Nordhofen Mitte des 14. Jahrhunderts – also bereits knapp 100 Jahre nach der ersten urkundlich nachgewiesenen Erwähnung – die Stadtrechte verliehen wurden. Im Jahre 1357 nämlich „am nexten Dienstag nach unseren Frauen Lichtmeßtage“ verlieh Kaiser Karl IV zu Maastricht dem Grafen Wilhelm von Wied das Recht, Nordhofen zu einer Stadt auszubauen. Er erhielt die Befugnis, „ das Dorf und seinen Begriff mit Gräben, Mauern, Thürmen, Erkern, Pforten und anders wie er kann und mag, besteinen, stücken und zu einer gemauerten Statt zu begreifen und machen zu mögen ohne jemandes hindernus und widerrede“. Daß eine vollgültige Stadtgründung beabsichtigt war, ergibt sich aus der Verleihung eines eigenen Rechts. Es war nämlich nicht so gemeint, daß nur an Markttagen nach einem bestimmten Recht gerichtet werden sollte, wie es zur Zeit der Hochflut der künstlichen Stadtgründung im 14. Jahrhundert häufig vorgekommen ist; in der Verleihungsurkunde heißt es vielmehr ausdrücklich: „Auch geben wir von unserer kayserlichen Gewalt der Gemeinde Nordhofen, und den Leuten darin fahrend, und da wohnend mit Feuer und Flammen und Ingesassane Bürger seyn daselbst, solche Freyheit, Gnade und Recht als Unsere und des Reiches Statt und Bürger zu Friedberg in der Wetteraw haben und gehabt haben von alters“.

So war eine Voraussetzung für die Gründung einer Stadt gegeben, die anderen blieben aber aus. Burg, Stadtmauer und Markt entstanden nicht. Es fehlten die natürlichen Bedingungen für eine Stadtanlage; die Verkehrslage war ungünstig und der Landesherr hatte keinen Sitz in Nordhofen. Nach fast 300 Jahren, am 26. August 1653 übertrug daher Kaiser Ferdinand III zu Regensburg die Stadtrechte von Nordhofen auf Bitten des Grafen Friedrich von Wied auf die erhebliche günstigere gelegene neue Siedlung Neuwied.

Wenn auch Nordhofen wieder ein Dorf wurde, so behielt es doch seine Bedeutung als Sitz einer ausgedehnten Kirchengemeinde, bestehend aus den Orten: Nordhofen, Mogendorf, Vielbach, Quirnbach und bis zum Jahre 1851 auch Selters und den umliegenden Dörfern.